An den Haaren herbeigezogen – 10 Mythen über Haarausfall

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Etwa jeder vierte Mann leidet heutzutage an Haarausfall. Wenn das Haar ab einem Alter von ca. 30 Jahren auf einmal lichter wird und sich Geheimratsecken ankündigen, sucht man(n) oft nach den Ursachen und Möglichkeiten dem ungeliebten Haarverlust entgegenzuwirken. Es gibt viele Ansichten über dieses Thema und selbstverständlich sind viele davon schlichtweg „an den Haaren herbeigezogen“. Wir klären dich über die 10 hartnäckigsten Mythen zum Thema Haarausfall auf.

 1) Haarausfall ist immer erblich bedingt

Erblich bedingter Haarausfall, die sogenannte „androgenetische Alopezie“, ist zwar durchaus die häufigste Ursache für Haarausfall, jedoch nicht die Einzige. Neben den Genen können zahlreiche andere Ursachen für den Haarverlust verantwortlich sein: von extremen psychischen Belastungen wie Stress, Depressionen und Trauer über eine extrem einseitige Ernährung bis hin zu Infektions- und Stoffwechselkrankheiten kann alles möglich sein.

Solltest du also extrem viele Haare verlieren gehe den Ursachen am Besten mit der Hilfe eines Arztes auf den Grund – vielleicht ist der Kampf gegen die Glatze ja einfacher als du denkst.

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 2) Häufige Haarwäsche fördert die Glatzenbildung

Die Haare einfach herauswaschen? Von dieser These gehen viele Menschen aus, die nach dem Waschen Haare im Abfluss finden. Tatsächlich verliert man aber beim Haare waschen nur die Haare, die eh schon geschädigt sind und sowieso ausfallen würden. Es gibt also keinen direkten Zusammenhang zwischen der Häufigkeit der Haarwäsche und Haarausfall. Allerdings solltest du darauf achten milde Shampoos zu benutzen, die zur Beschaffenheit von deinen Haaren und deiner Kopfhaut passen, damit diese optimal versorgt sind und nicht austrocknen.

3) Haare kämmen als Ursache für Haarausfall

Genau wie bei der Haarwäsche, fallen auch beim Haare kämmen nur die Haare aus, die schon abgestorben sind und keinesfalls gesunde Haare.

Haare wachsen 3-5 Jahre und sterben danach ab, deshalb ist es völlig normal, wenn du ca. 80-100 Haare pro Tag verlierst. Erst wenn diese Menge regelmäßig überschritten wird, kann es zu Kahlstellen kommen und man spricht von Haarausfall.

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 4) Weniger Haare = Mehr Potenz

Immer wieder gern behauptet, aber absolut nicht richtig: Männer mit Glatze sind außergewöhnlich potent. Dieser Annahme beruht auf dem Trugschluss, dass eine übermäßige Testosteronproduktion zu Haarausfall führt und ein hoher Testosteronspiegel wiederum zu hoher Potenz. Tatsächlich ist es aber das Hormon DHT, ein Folgeprodukt von Testosteron, welches die Haarwurzel killt und die produzierte Menge an DHT steht in keinem direkten Zusammenhang mit dem Testosteronspiegel: So können auch Männer mit einer normalen Menge an Testosteron viel DHT bilden und umgekehrt.

 5) Das Tragen von Kopfbedeckungen begünstigt den Haarausfall 

Hüte, Baseballkappen, Mützen und andere Kopfbedeckungen werden fälschlicherweise oft für vermehrten Haarausfall verantwortlich gemacht. Dieser Mythos beruht auf dem Irrglauben, dass durch das Tragen von Kopfbedeckungen die Licht-und Sauerstoffversorgung der Haarwurzel eingeschränkt wird. Anders als Pflanzen benötigen Haare jedoch weder Licht, noch Sauerstoff von oben um zu „gedeihen“. Ihre Versorgung mit Nährstoffen erfolgt nämlich tatsächlich durch das Blut, also von innen heraus, weshalb Kopfbedeckungen keinerlei Einfluss auf den Wachstumsprozess haben.

6) Haarmassagen fördern Haarwachstum

Haarmassagen sind zwar sehr angenehm, jedoch haben sie leider keinen Einfluss darauf, wie viel oder wenig Haare auf deinem Kopf wachsen. Dieser Mythos wurzelt in dem Glauben, dass Massagen die Durchblutung fördern und Haare auf gut durchbluteter Kopfhaut besser wachsen. Ersteres ist zwar im Allgemeinen richtig, jedoch gehört die Kopfhaut – egal ob bei Glatzköpfen oder Menschen mit vollem Haar – ohnehin zu den am besten durchbluteten Hautpartien. Die Durchblutung der Kopfhaut hat also keinen Einfluss auf das Wachstum deiner Haare.

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7) Haare, die an der Wurzel ausfallen, wachsen nicht nach

Sofern die Wachstumszelle im Wurzelbalg nicht zu Schaden gekommen ist spricht nichts dagegen, dass das Haar an eben dieser Stelle wieder nachwächst. Noch dazu verwechseln viele Menschen Haarwurzeln mit Talgdrüsen, ein kleines weißes „Fettsäckchen“, welches am Ende des Haares sitzt und beim Ausgehen des Haares mit ausfällt. Ist dies der Fall, besteht absolut kein Grund zur Sorge: Das Haar wächst samt Talgdrüse wieder nach.

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8) Föhnen führt zu Haarausfall

Eine Glatze bekommen durch regelmäßiges Föhnen bei hohen Temperaturen? Nein, nicht direkt. Die hohen Temperaturen schädigen zwar die Haarstruktur und können zu Haarbruch führen, jedoch werden bei diesem Vorgang die Haarfollikel, die ausschlaggebend für das Haarwachstum sind, nicht verletzt. Föhnen alleine führt also nicht zum Haarausfall. Trotzdem solltest du direkte, sehr heiße Luft auf der Kopfhaut vermeiden, um deine Kopfhaut vor Austrocknen zu schützen.

9) Schneiden lässt Haare kräftiger nachwachsen

„Alle 6 Wochen die Spitzen schneiden macht deine Haare kräftiger.“ Welche Mutter lag einem frühen nicht mit dieser Weisheit in den Ohren? Leider kann dich Muttis Lieblingsregel aber nicht vor einer Glatze bewahren. Haarwachstum geht nämlich von der Wurzel aus und nicht von der Spitze, weshalb das Haareschneiden keinerlei Einfluss auf das Haarwachstum hat.

Allerdings kann regelmäßiges Schneiden deine Haare vor Spliss und Strukturschäden bewahren, wodurch die Haare voller wirken können.

10) Genetisch bedingter Haarausfall ist Männersache 

Es stimmt zwar, dass Männer häufiger von genetisch bedingtem Haarausfall betroffen sind, trotzdem leiden auch viele Frauen an dieser Art des Haarausfalles. Studien zu Folge sogar ganze 30% der weiblichen Bevölkerung. Während sich Alopezie bei Männern meistens etwas auffälliger äußert, wie zum Beispiel in einer Glatze oder Geheimratsecken kommen Frauen ein wenig glimpflicher davon: Sie bekommen eher lichtes Haar und dies vor allem am Mittelscheitel.

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Frank ist leitender Redakteur für die Bereiche Gesundheit, Fitness sowie Liebe- und Beziehungen. Seit mehreren Jahren ist er aktiv als Lifestyle-Coach tätig und hat schon hunderten Männern mit der Bewältigung ihrer Probleme geholfen.

1 Comment

  1. Thomas

    7. August 2016 at 6:00

    Kann ich absolut zustimmen. Sind alles Mythen und nichts davon stimmt. Außerdem kommt es auch darauf an, wer den Haarausfall hat. Haarausfall ist nicht immer gleich Haarausfall. Manchmal hilft Biotin, manchmal Folsäure. Bei mir ist es z.B. Eisenmangel. Und Menschen mit Eisenmangel haben oft auch Vitamin D Mangel. Bei mir ist es z.B. viel besser, seit ich Vitamin D von VitaminExpress (https://www.vitaminexpress.org/de/vitamin-d3-tropfen) nehme. Vitamin D begünstigst auch die Aufnahme von Eisen.

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