Der große Mythos Ei: Eine Wohltat für unseren Körper oder doch gefährlich?

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Viele glauben, dass Eier ungesund sind, da sie viel Cholesterin enthalten. Und zu viel Cholesterin führt zu Gefäßverkalkungen. Diese wiederum können einen Herzinfarkt auslösen. Daher verzichten viele auf das Frühstücksei oder es plagt sie beim Verzehr das schlechte Gewissen, denn frühzeitig sterben will ja schließlich keiner. Doch sind Eier wirklich so ungesund, wie alle immer meinen?

Eier – was ist überhaupt drin?

Ein durchschnittliches Ei enthält ca. 250 Milligramm Cholesterin, 7g Eiweiß, 6g Fett und hat ca. 90 Kalorien.

Eier enthalten fast alle überlebenswichtigen Nährstoffe, Vitamine und Mineralien, wie:

  • Vitamin A
  • Vitamin B2
  • Vitamin B5
  • Vitamin B12
  • Selen
  • Calcium
  • Phosphor
  • Eisen
  • Kalium
  • Zink
  • Magnesium
  • Vitamin D 

Ein Ei enthält 40 Mal mehr Vitamin D als Milch. Fast alle Nährstoffe befinden sich im Eigelb. Das Eiweiß enthält hauptsächlich Proteine, die für starke Knochen sorgen und wichtig für den Muskelaufbau sind. Proteine setzen sich aus Aminosäuren zusammen. Für den Aufbau von Proteinen benötigt der Körper 21 Aminosäuren, von denen 9 nicht vom Körper produziert werden und somit durch die Nahrung aufgenommen werden müssen.

Eier sind reich an Nährstoffen

Sind Eier also wirklich so schädlich für die Gesundheit? Laut einer Studie des Instituts für Ernährungswissenschaft in Weihenstephan lautet die Antwort nein. Der Verzehr von einem Ei pro Tag führe zu keinem erhöhten Herzinfarktrisiko. Somit kann man sorgenlos jeden Tag sein Frühstücksei genießen. Man ist sich allerdings noch nicht darüber einig, wie viele Eier man bedenkenlos verzehren darf. Oftmals werden jedoch nur 2-3 Eier pro Woche empfohlen, da Eier einen hohen Fettgehalt aufweisen. Diabetiker sollten den Konsum von Eiern jedoch stark einschränken, da das Herzinfarktrisiko steigen kann. Ob und inwieweit Eier dabei eine Rolle spielen, wird noch mithilfe von Studien untersucht.

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Eier erhöhen nicht das Herzinfarktrisiko

Aber Eier erhöhen doch die Cholesterinwerte!

In einem Ei befinden sich ca. 250 Milligramm Cholesterin – und das ist eine ganze Menge! Jedoch ist es so, dass unsere Leber Tag für Tag Cholesterin produziert. Denn ohne Cholesterin gäbe es uns nicht. Cholesterin ist überlebenswichtig und für viele Prozesse im Körper zuständig. Es dient außerdem der Produktion von Östrogen, Cortisol und Testosteron. Wenn wir durch die Nahrung viel Cholesterin aufnehmen, produziert die Leber weniger Cholesterin. Wenn wir zu wenig Cholesterin aufnehmen, produziert die Leber mehr Cholesterin. Wissen Sie eigentlich, wie hoch Ihr Cholesterinspiegel sein darf? Der durchschnittliche Wert sollte bei ca. 200 pro Deziliter liegen. Ab dem 35. Lebensjahr ist die Vorsorgeuntersuchung in Deutschland kostenlos und kann alle zwei Jahre in Anspruch genommen werden.

Doch was genau ist Cholesterin eigentlich?

Cholesterin ist eine fettähnliche Substanz und ist maßgeblich am Aufbau des Zellmembran und den Stoffwechselvorgängen im Gehirn beteiligt. Cholesterin ist ein wichtiger Ausgangsstoff für die Herstellung von Gallensäuren, die der Fettverdauung dienen. Es bildet außerdem Vitamin D und Hormone, wie Östrogen, Testosteron und Cortisol. Cortisol ist ein Stresshormon, das für viele Funktionen des Körpers absolut notwendig ist. Der Körper produziert eigenständig etwa 90% Cholesterin, somit wird nur ein Viertel des Cholesterins durch die Nahrung aufgenommen. Um das Cholesterin im Blut zu transportieren, verbindet sich die Substanz Lipid mit Eiweißstoffen. Dieses wiederum nennt man Lipoproteine. Diese Lipoproteine erfüllen einige Körperfunktionen. Je nach Lipid- bzw. Proteinanteil teilt man diese folgendermaßen ein:

  • VLDL: Very-Low-Density-Lipoproteine
  • LDL: Low-Density-Lipoproteine
  • HDL: High-Density-Lipoproteine

Das LDL gilt als schlechtes Cholesterin, da es einen hohen Anteil an Lipid aufweist.

Das HDL gilt als gutes Cholesterin, da es einen niedrigen Anteil an Lipid aufweist.

Das heißt, je mehr HDL, desto besser.

Wodurch kann man das gute Cholesterin, also das HDL-Cholesterin, erhöhen?

  • Durch Gewichtsabnahme
  • Bewegung und Sport
  • Nikotinabstinenz

Eier – Wichtige Nährstoffe für Körper und Gehirn

Eier enthalten Cholin. Cholin ist ein noch ziemlich unbekannter Nährstoff, der Ähnlichkeit mit den Vitaminen des B-Komplexes hat. Im Stoffwechsel wird Cholin zu Acetylcholin. Acetylcholin überträgt Nervensignale, steuert Gefühle, Stimmungen und Verhalten.

Cholin findet man größtenteils in Eiern und Leber. Weitere gute Quellen sind außerdem Hühnerfleisch und Lachs.

Ein Mangel an Cholin kann übrigens zu Herz-Kreislauferkrankungen, Lebererkrankungen und neurologische Störungen führen.

Eier – Eine Wohltat für die Augen

Eier enthalten essenzielle Antioxidantien, die gut für die Augen sind.

Diese Antioxidantien heißen:

Lutein und Zeaxanthin

Diese zwei Antioxidantien schützen die Retina, also die Netzhaut, wie ein Filter vor zu hoher Lichteinstrahlung. Lutein und Zeaxanthin reduzieren das Risiko von Makuladegeneration, die im Alter zu Sehschwäche und sogar Blindheit führen kann.

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Eier – Das Fettwunder

Eier enthalten viele Proteine und Fett und sind daher äußerst sättigend.

Es gab eine Studie, in der man übergewichtige Personen in zwei Gruppen eingeteilt hat. Die erste Gruppe aß wochenlang Eier zum Frühstück, die zweite Gruppe bekam täglich Bagels.

Das erstaunliche Ergebnis: Obwohl die Kalorienzufuhr beim Frühstück bei beiden Gruppen gleich war, erzielte die erste Gruppe, die Eier zum Frühstück aß, bessere Resultate, als die Bagels-Gruppe.

Die Eier-Gruppe verlor

  • 65% mehr Körpergewicht
  • 16% mehr Körperfett
  • 34% mehr Bauchumfang.

Wer Eier zum Frühstück ist, fühlt sich nach dem Essen satt und schwer. Das hat zur Folge, dass man über den Tag verteilt insgesamt weniger isst und somit weniger Kalorien zu sich nimmt.

Ei ist nicht gleich Ei

Nicht jedes Ei gleicht dem anderen. Viele Hühner werden in Käfigen gehalten, und ihre Nahrung basiert hauptsächlich auf Getreide. Dadurch wird die Nährstoffzusammensetzung des Eis verändert. Aus diesem Grund sollte man hochwertigere Eier von Hühnern aus Freilandhaltung kaufen. Diese kosten zwar ein wenig mehr, doch diese enthalten mehr Omega-3-Fettsäuren. Omega-3-Fettsäuren sind lebenswichtig und können nicht vom Körper selbst hergestellt werden, weshalb sie durch die Nahrung aufgenommen werden müssen. Omega-3-Fettsäuren fördern, unter anderem, die Durchblutung, wirken sich positiv auf die Gefäße und den Blutdruck aus und beugen Herzrhythmusstörungen vor. Eier von Hühnern aus Freilandhaltung enthalten die doppelte Menge Carotinoide. Carotinoide sind Farbstoffe, die vor Radikalen schützen und somit als Schutz vor Krebserkrankungen dienen.

Sie sehen also, Sie müssen keine Angst vor dem Verzehr eines Frühstücksei haben, denn Eier sind gesünder, als man bisher vermutet hat. Wenn Sie dennoch Bedenken haben und sich Sorgen um Ihre Gesundheit machen, dann sollten Sie Ihre komplette Lebensweise überdenken. Treiben Sie regelmäßig Sport, Verzichten Sie auf Nikotin, schränken Sie Ihren Alkoholkonsum ein und tun Sie, was Ihnen Spaß macht. So können Sie sich Ihr Frühstücksei doch noch bedenkenlos schmecken lassen.

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Frank ist leitender Redakteur für die Bereiche Gesundheit, Fitness sowie Liebe- und Beziehungen. Seit mehreren Jahren ist er aktiv als Lifestyle-Coach tätig und hat schon hunderten Männern mit der Bewältigung ihrer Probleme geholfen.

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