Diagnose: Haarausfall. Die wahren Ursachen und was du dagegen tun kannst.

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Was für Frauen die Cellulite ist, ist für viele Männer der Haarausfall – gefürchtet, verhasst, bekämpft und trotzdem oft nicht besiegt. Dass sich viele Mythen rund um die Entstehung und Bekämpfung von Glatze und Co. ranken, haben wir dir bereits in unserem letzten Artikel gezeigt, den du hier nachlesen kannst.

Doch ist Haarausfall immer gleich Haarausfall? Was sind die wahren Ursachen für seine Entstehung und was hilft wirklich um ihn zu bekämpfen? Wir klären dich auf.

Wann spricht man von Haarausfall?

haarverlustEin paar Haare in der Bürste oder im Abfluss nach dem Haare waschen sind noch lange kein Grund zur Panik. Jedes Haar hat eine begrenzte Lebensdauer, danach fällt es aus und ein neues Haar wächst nach. Deshalb ist es ganz normal, wenn du ca. 80 bis 100 Haare pro Tag verlierst. Erst wenn diese Menge über einen längeren Zeitraum hinweg überschritten wird, spricht man von Haarausfall, in Fachsprache auch Effluvium (lat. „Ausfall“) genannt.

 

Verschiedene Arten und Verlaufsformen des Haarausfalles

Kommt es durch verstärkten Haarausfall zu sichtbaren kahlen Stellen, bzw. Haarlosigkeit, nennt man dies schließlich „Alopezie“. Entgegen der Annahme, Haarlosigkeit sei immer genetisch bedingt, gibt es verschiedene Arten und Verlaufsformen dieser Krankheit. Im Folgenden zeigen wir dir drei häufigsten Typen von Alopezie, ihren Verlauf, die Ursachen und mögliche Behandlungen.

1. Genetisch bedingter Haarausfall (androgenetische Alopezie)

haarausfallursachenbekaempfenDer genetisch bedingte Haarausfall (androgenetische Alopezie) tritt bei fast jedem zweiten Mann in Deutschland auf und ist somit die wohl häufigste Art von Haarverlust.

Typischerweise bekommen Männer, die an dieser anlagebedingten Krankheit leiden, durch verstärkten Haarverlust Geheimratsecken oder dünnes Haar im Tonsurbereich. Dies kann sich im Laufe der Zeit schließlich zu einer Glatze an der Stirn oder auf dem Hinterkopf ausweiten, bis nur noch ein dünner Haarkranz übrig bleibt.

Verlauf:

Je nach individuellen genetischen Voraussetzungen zeigt der erbliche Haarausfall sehr unterschiedliche Verlaufsformen im Bezug auf das Ausmaß und die zeitliche Entwicklung. Die Gene legen fest, wann der Haarausfall einsetzt und wie stark die jeweilige Person davon betroffen ist. Allgemein kann man jedoch sagen: Je später der erblich bedingte Haarverlust beginnt, umso langsamer schreitet er voran.

Ursachen:

Die Ursache für den erblich bedingten Haarausfall ist eine vererbte Überempfindlichkeit der Haarfollikel gegenüber dem Hormon „DHT“ (Dihydrotestosteron), ein Folgeprodukt von Testosteron. DHT kommt auch in der Kopfhaut vor und verkürzt durch die Überempfindlichkeit, die Wachstumsphase des Haares entscheidend. Dadurch tritt das Haar, ähnlich wie z.B. ein Stirnhaar, kaum noch sichtbar hervor. Nach und nach verkümmert das Haarfollikel und es kommt allmählich zu kahlen Stellen und schließlich zur Glatzenbildung.

Mögliche Behandlung:

War genetischer Haarausfall vor wenigen Jahren noch der sichere Weg zur Glatze, gibt es heutzutage tatsächlich ein paar wenige Wirkstoffe, die den Prozess, bei frühzeitiger Behandlung des Haarfollikels, aufhalten oder im Besten Falle sogar umkehren können. Laut neuesten Studien stehen die folgenden zwei Wirkstoffe zur Auswahl:

  1. Finasterid (Propecia), das täglich in Form von Tabletten eingenommen werden muss und die Umwandlung von Testosteron in DHT hemmt und somit den DHT Spiegel um ganze 70% senkt.
  2. Minoxidil (Regaine, Lonolox), das auf die Kopfhaut aufgetragen wird und so die Blutgefäße rund um die Haarfollikel erweitert, wodurch nach einiger Zeit wieder ein kräftiges Haar nachwachsen kann.

Wissenschaftler warnen weiterhin, die Finger von im Internet angepriesenen Wunderheilmitteln zu lassen, da hinter ihnen meist nichts mehr als leere Versprechungen stecken, die den Anbietern mehr als den Betroffenen nützen. Auch mit kosmetischen Produkten, die Kreatin und Coffein oder andere Wirkstoffe von Aloe Vera bis Zink enthalten, können keine oder nur sehr schwache Ergebnisse bei erblich bedingtem Haarausfall erzielt werden.

2.Kreisrunder Haarausfall (Alopecia areata)

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Entstehen kreisrunde, kahle Stellen auf dem Kopf, oder bei Männern teilweise auch im Bartbereich oder in seltenen Fällen im Bereich der Körperbehaarung handelt es sich meist um kreisrunden Haarausfall, medizinisch „Alopecia areata“. Dieser lokal begrenzte, krankhafte Haarausfall soll in Deutschland alleine ca. 1,4 Millionen Menschen betreffen.

Verlauf:

Kreisrunder Haarausfall tritt meist plötzlich auf und befällt ein kreisrundes oder ovales Gebiet. In vielen Fällen sind die kreisrunden Stellen zeitlich begrenzt und wachsen von alleine wieder zu, jedoch kann der Haarverlust auch weiter fortschreiten und mitunter zu vollständigem Haarverlust führen. Diese Art von Haarausfall kann in jedem Alter vorkommen, in erster Linie jedoch im zweiten und dritten Lebensjahrzehnt.

Ursachen:

Nach aktuellem Wissensstand handelt es sich bei der Alopecia areata um eine Autoimmunerkrankung. Es wird angenommen, dass Immunzellen, die eigentlich für die Abwehr von Viren, Pilzen und Bakterien zuständig sind, sich gegen die Haarwurzel- Zellen des eigenen Körpers richten. In Folge erkennt das Immunsystem die Haare als Fremdkörper und stößt diese ab.

Zwar gibt es nachweislich keine Beweise dafür, dass diese Art von Haarverlust psychischer Natur ist, jedoch werden Schockerlebnisse oder extremer Stress als Auslöser nicht ausgeschlossen. Da in 10-25% der Fälle eine familiäre Häufung auftritt, ist eine gewisse Vererbungskomponente durchaus möglich.

Mögliche Behandlung:

Grundsätzlich ist der kreisrunde Haarausfall eine reversible Krankheit.

Bei Menschen mit schwach ausgeprägtem Krankheitsbild kann eine Besserung oftmals ohne eine medikamentöse Behandlung eintreten und kahlen Stellen sogar vollständig wieder zuwachsen.

Therapien mit Zink, örtliche Therapien mit Kortikoiden, Therapien mit Kortikoiden in Form von Tabletten oder auch örtliche Immuntherapien mit dem Wirkstoff DCP (nicht als Medikament zugelassen) sind im Zusammenhang mit kreisrundem Haarausfall gängig.

Menschen mit sehr stark ausgeprägtem Krankheitsbild macht eine Pilotstudie der Columbia Universität in New York jetzt Mut. Demnach konnten Wissenschaftler, die für den Haarverlust verantwortlichen Immunzellen ausfindig machen und mit Hilfe des Wirkstoffes Ruxolitinib erstaunliche Ergebnisse erzielen: Nach 5-monatiger Behandlung wuchsen Haare auf den kahlen Stellen fast vollständig wieder nach. Allerdings sind die Nebenwirkungen dieses Wirkstoffes noch nicht erforscht und ein zukünftiger Einsatz bei der breiten Masse dürfte noch dauern.

Grundsätzlich hängt die Behandlung des kreisrunden Haarausfalles immer von der jeweiligen Ausprägung und dem Stadium ab, weshalb du unbedingt einen Arzt zurate ziehen solltest, um eine optimale Behandlungsmethode sicherzustellen.

3. Diffuser Haarausfall (Alopecia diffusa)

diffuserhaarausfallBeim diffusen Haarausfall, in Fachkreisen „Alopecia diffusa“, fallen Haare flächendeckend über den ganzen Kopf verteilt aus, dabei kann oft der Eindruck entstehen das Haar dünne aus. Diese Form des Haarverlustes ist an sich keine Krankheit, sondern vielmehr die Folge oder das Anzeichen einer bestehenden Krankheit oder Störung.

Meist trifft es zwar eher Frauen, jedoch können auch Männer von den Ursachen betroffen sein.

Verlauf:

Da dem diffusen Haarausfall unterschiedliche Krankheiten zugrunde liegen können, hängt der Verlauf des Haarverlustes von dem jeweiligen Krankheitsbild ab. Meist fällt der Haarausfall erstmals beim Waschen oder Kämmen des Haares auf, wenn mehr Haare ausgehen als im Normalfall. Mit der Zeit sieht man schließlich Veränderungen am Kopf und die Behaarung wird so dünn, dass die Kopfhaut durchschimmert. Wird die, für die Alopecia diffusa verantwortliche Krankheit behandelt, kann jedoch schnell eine Besserung eintreten.

Ursachen:

Die Ursachen des diffusen Haarausfalles sind vielfältig:

Mitunter können Schilddrüsenerkrankungen, Hormonschwankungen, Eisenmangel, Kopfhauterkrankungen Fettunterversorgung, Stress oder Infektionen, wie Gürtelrose, Karbunkel und Wundrose für den diffusen Haarverlust verantwortlich sein. Aber auch die Einnahme einiger Medikamente, wie z.B. mit dem Wirkstoff Methylphenidat, welcher zur Behandlung von ADHS und Narkolepsie eingesetzt wird, konnten als Ursache für diese Art des Haarausfalls beobachtet werden. Durch diese Vielfältigkeit ist es schwierig, eine einheitliche Diagnosemethode festzulegen.

Mögliche Behandlung:

Die Behandlung des diffusen Haarausfalles richtet sich ganz nach der jeweiligen Ursache. Wird diese richtig behandelt, wachsen die Haare meistens innerhalb eines Zeitraums von 6 Monaten wieder nach. Um eine genaue Diagnose zu treffen und eine geeignete Behandlung festlegen zu können solltest du deshalb in allen Fällen ein Arzt aufsuchen. Zudem kannst du mit einer ausgewogenen Ernährung und einer gesunden Lebensweise Mangelerscheinungen, wie etwa einem Eisenmangel vorbeugen, die oft der Auslöser eines diffusen Haarausfalls seien können.

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Frank ist leitender Redakteur für die Bereiche Gesundheit, Fitness sowie Liebe- und Beziehungen. Seit mehreren Jahren ist er aktiv als Lifestyle-Coach tätig und hat schon hunderten Männern mit der Bewältigung ihrer Probleme geholfen.

1 Comment

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    21. März 2015 at 18:48

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