Wie Pornographie langfristig unsere Gehirne schädigt und unsere Leistung verschlechtert

Männer jeden Alters, egal ob jung oder alt, klagen häufig über Müdigkeit, Antriebslosigkeit und Motivationslosigkeit. Viele denken dort direkt an Depression, allerdings gibt es ein weitverbreitetes Phänomen von dem viele Männer nichts wissen oder nichts wissen wollen.

Das Phänomen heisst Pornosucht.

Eins vorweg: dies ist kein religiös oder ethisch motivierter Text! Wir beleuchten hier lediglich den Effekt von pornographischen Filmen und Bildern auf unser Gehirn und unser tägliches Leben.

Die Nachteile von Pornokonsum:

  • weniger Energie, häufige Müdigkeit, fehlende Motivation
  • weniger Konzentration und Fokus auf der Arbeit
  • vermindertes Interesse an echten Frauen oder diese kennen zu lernen
  • eventuelle Erektions- und Leistungsstörungen bei echten Frauen
  • das Gefühl zu wenig Zeit zu haben

Wie ‚Pornos gucken‘ das Gehirn langfristig schädigt

Setzt man eine männliche Ratte und eine weibliche Ratte in einen Käfig zusammen, werden sie schon bald versuchen sich fortzupflanzen. Nach einer Weile jedoch sinkt das Interesse der männlichen Ratte, auch wenn das Weibchen gerne weiter machen würde.

CEgraph_1-350x255Ersetzt man jedoch das Weibchen mit einer anderen Ratte, verspürt das Männchen plötzlich wieder Lust und kann von neuem loslegen. Dieses Experiment kann man zigfach wiederholen und die männliche Ratte wird so lange versuchen die Weibchen zu befruchten solange diese ständig ersetzt werden. Auf der Grafik ist dies noch einmal verdeutlicht.

 

Dieser Effekt heisst Coolidge-Effekt. Diesen besitzen alle Säugetiere damit die eigenen Gene möglichst weitläufig verteilt werden.

Und genau dieser Effekt wirkt wenn Männer Pornos konsumieren. Unser Gehirn gauckelt uns vor, dass wir gerade die Frauen in den Filmen oder auf den Fotos befruchtet haben und motiviert uns dies bei zu behalten. Aus diesem Grund schauen sich Männer auch selten einen Porno mehrfach an, weil der Coolidge-Effekt ausbleibt und das Gehirn sich abschaltet.

Pornos belohnen unser Gehirn – und wir fühlen uns gut

Der oben beschriebene Effekt funktioniert nur weil unser Gehirn dabei Dopamin (ein Neurotransmitter) ausschüttet. Dopamin wird auch umgangssprachlich ‚Glückshormon‘ genannt, da es positiv auf unsere Stimmung wirkt. Doch ein Problem gibt es dabei.

Unser Gehirn schüttet Dopamin aus, das von sogenannten Dopaminrezeptoren empfangen wird. Schüttet unser Gehirn zuviel Dopamin aus, stumpfen die Rezeptoren ab. Wenn dies geschieht, brauchen die Rezeptoren mehr Dopamin um aktiviert zu werden und uns Glücklich zu machen. Ein Teufelskreis beginnt.

Nicht nur bei Sex schüttet unser Gehirn Dopamin aus, sondern auch bei anderen Sachen die wir mögen oder interessant finden. Wenn wir fettiges Essen oder zuckerhaltige Cola oder einfach Bier trinken, schüttet unser Hirn Dopamin aus.

Die Sucht nach Neuem

Dopamin hat eine wichtige Aufgabe. Dopamin verleitet uns dazu neues zu Erkunden. Ein neues Auto, eine neue Folge einer Fernsehserie, ein Frau die wir noch nicht kennen, einen Porno den wir noch nicht gesehen haben. Wie bei allem Neuen wird der Reiz schwächer, je vertrauter es uns wird und der Dopaminspiegel sinkt. Ein neues Auto zu fahren ist freut uns am Anfang doch wird es nach und nach ‚normal‘ für uns. Ein neuer Porno ist interessanter als den, den wir gestern schon gesehen haben.

graph2Der Test mit den Ratten lässt sich auch mit Menschen durchführen. Hierzu wurden den Testern 18 mal hintereinander derselbe Pornofilm gezeigt und dabei die Stärke der Erektionen gemessen. Die Erektion war zu Beginn am stärksten und verschlechterte sich damit zunehmend.

Beim 19. Mal wurde ein neuer Film gezeigt und die Stärke der Erektion war wieder auf der Höhe des ersten Mals. Dies ist in der gelben Markierung in der Grafik zu erkennen.

Internetpornos machen es einfach neue Sachen zu finden. Die nächste Szene ist nur einen Mausklick entfernt, die nächste Frau auch. Mit mehreren Browserfenstern gleichzeitig befruchtet ein Mann wenn er 10 Minuten Pornos schaut mehr Frauen als seine Vorfahren in ihrem ganzen Leben. Dafür ist unser männliches Gehirn einfach nicht ausgelegt. Diese ganzen Reize überlasten das Gehirn.

Porno-Sucht ist keine Sex-Sucht sondern Sucht nach Neuem.

Das ist der entscheidende Punkt. Porno-Sucht ist eine Abhängigkeit von neuen(!) Erfahrungen und Eindrücken auf dem Bildschirm. Weder Sex noch Masturbation sind das Problem. Ständig neue Pornos mit frischen Weibchen sind das Problem.

Es ist leichter nach Pornos süchtig zu sein als nach Kokain oder Alkohol

Drogen stimulieren unser Gehirn. Es gibt aber zwei Sachen die unser Gehirn mehr stimulieren als Drogen: Essen und Sex (beides zum Überleben wichtig und daher tief in unserem Hirn verankert)

Unser Belohnungssystem ist darauf trainiert unseren Körper am leben zu halten, daher nimmt die Nahrungsaufname eine wichtige Stellung ein. Aus diesem Grund sind 75% der Amerikaner übergewichtig und 35% krankhaft fettleibig. Unser Belohnungssystem ist immernoch auf dem Stand von vor einigen tausend Jahren. Dort war es wichtig fetthaltige Nahrung zu essen und Fettreserven aufzubauen umzu überleben.

Das selbe gilt für die Fortpflanzung. Dort schreitet der Pornokonsum ein und greift direkt in das Belohnungszentrum des Gehirns ein.

Die Gehirnänderungen von Männern die Pornos schauen

d2receptorsDie Veränderung der Dopaminrezeptoren kann man physisch in Gehirnscans nachweisen. Im Vergleichsbild links sieht man das Gehirn eines Mannes der keine Pornos konsumiert, rechts sieht man das Hirn eines Mannes der oft Pornos schaut. Die größten Veränderungen gibt es im Belohnungszentrum des Gehirns.

Was passiert wenn die Rezeptoren abstumpfen bzw. abgebaut werden?

Je mehr sich das Gehirn an den übermäßigen Dopaminausstoß gewöhnt, desto mehr bauen die Rezeptoren ab. Das Belohnungszentrum gewöhnt sich an eine Stimulation, die es im richtigen Leben nicht gibt. Dies führt dazu, dass man weniger Freude an Sachen / Menschen hat, häufiger Müde und Unmotiviert ist und weniger mit sich selbst anfangen kann.

Zusätzlich zu den alltäglichen Problemen können noch starke sexuelle Probleme kommen. So kann zum Beispiel die Erektion und die Leistung beim Sex mit einer richtigen Frau schwächer sein, weil eine richtige Frau in der Regel langweiliger als die Frauen in den Pornos sind.
Ausserdem lässt sich beobachten, dass Männer immer extremere Pornos brauchen um die Neugierde der Dopaminausschüttung zu befriedigen. Diese extremen Sexualpraktiken werden selten im echten Leben ausgelebt, sodass das Verlangen an richtigem Sex verringert wird.

90% der Männer die das Internet nutzen schauen sich häufig Pornos an

Deshalb kann man hier von keiner Krankheit sprechen. Es ist ein Trend der extreme Auswirkungen auf das alltägliche Leben und die Leistung hat. Die Männer die keine Pornos konsumieren und daher noch ein normales Dopaminlevel haben, haben einen Vorteil denen gegenüber. Sie sind leistungsfähiger im Beruf, haben mehr Spass am Leben und haben einen gesünderen Lebensstil.

Diese Männer haben ausserdem ein extrem gesteigertes Selbstbewusstsein, ein erhöhtes Energielevel, gesteigerte soziale Fähigkeiten sowie härtere Erektionen und bessere Leistung im Liebesleben.

Die gute Nachricht: es gibt eine einfache Lösung

Die Lösung heisst: Verzicht auf pornographische Filme und Fotos. Sex und Masturbation haben nichts mit dem übermäßigen Dopaminausschuss zu tun, der das Gehirn negativ verändert.

Wenn man übermäßige sexuelle Reize aus seinem Tagesablauf verbannt, kann man nach den ersten 14 Tagen bereits Veränderungen spüren. Die Dopaminrezeptoren können sich innerhalb von 3 bis 6 Monaten komplett zurückentwickeln. Dies kommt darauf an, wie lange und intensiv man Pornos konsumiert hat.

Bin ich süchtig nach Pornos?

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Diese Frage werden Sie sich vermutlich nach dem Lesen des Artikels stellen. Eine direkte Antwort ist nicht einfach.

Können Sie 14 Tage komplett auf Pornos verzichten? Dazu gehören Videos, Bilder und erotische Texte. Wenn Sie diese zwei Wochen nicht ohne einen Rückfall überstehen oder es Ihnen sehr schwer fällt, haben Sie vermutlich ein Problem und bereits geschädigte Rezeptoren.

Es geht hierbei um den visuellen Reiz. Masturbation oder richtiger Sex hat nichts damit zu tun. Alleine schon das Betrachten von sexuell anregenden Bildern kann die Dopaminproduktion übermäßig anregen.

Ein guter Indikator ist übrigens auch wenn man sich weigert den zwei Wochen Test zu machen. Wenn Sie Ausreden erfinden wie „das stimmt nicht“ oder „ich habe damit kein Problem“ ist die Wahrscheinlichkeit hoch das Sie eben doch eins haben. Wenn Sie kein Problem haben, stehen Sie die zwei Wochen ohne Probleme durch.

Gibt es Studien die das alles hier beweisen?

Ja, die gibt es. Es gibt zwei (Studie 1Studie 2) große Studien über dieses Phänomen und zwei Informationsseiten (stopporn.deyourbrainonporn.com) zu diesem Thema.

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Frank ist leitender Redakteur für die Bereiche Gesundheit, Fitness sowie Liebe- und Beziehungen. Seit mehreren Jahren ist er aktiv als Lifestyle-Coach tätig und hat schon hunderten Männern mit der Bewältigung ihrer Probleme geholfen.

1 Comment

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    2. June 2020 at 20:34

    Thanks so much for the post.Really thank you! Great.cialis tablets canada

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